Bonobos
11.10.2020 10:33Ich hatte im Blog ja mal die Geschichte der Paviane im Blog, die in Kenia auf den Müllhalden der Touristenzentren leben und sich da die Wänste mit Kochkost vollschlagen.
Hier zum Beispiel: rohkost4.webnode.com/news/paviane-und-kochkost/
Die ganze Geschichte hat mich auch auf ein anderes Gedankenspiel gebracht: wie würden die Wesen leben, die sich aus den Bonobos entwickeln würden, wenn die Evolution das vorantreiben würde?
Man stelle sich die heutigen Bonobos vor, die sich dann über 1 Million Jahre zu Menschen entwickeln und anfangen, die Welt zu erobern.
Die das Feuer entdeckten, die anfingen zu kochen, die dann das Getreide verfügbar machen würden, die anfangen würden zu rauchen, zu trinken, Drogen zu nehmen... die somit also ihre ureigenste Natur vergessen und verzerren würden.
Welche Mythen hätten die?
Welche Religionen?
Welche Überzeugungen und Irrtümer?
Kann es sein, dass alle Mythen und religiöse Praktiken im Endeffekt nur darauf abzielen, einfach wieder normal zu werden und seine Bonobonatur zu erlangen?
Ich hatte ja an anderer Stelle vermutet, dass es auch kein Zufall ist, dass viele Religionen und religiöse Praktiken genau da erfunden wurden, wo die Mutter-Kind-Bindung aufgrund patriachaler Strukturen gestört wurde. Jesus, Laotse, Buddha... sie alle kommen aus Gebieten, in denen die Mutter-Kind-Bindung gestört ist:

Naher Osten, Nordindien, wo die Steppenvölker der Arier einwanderten, China.
Und immer geht es dabei um Leiden, das Erforschen der Ursache von Leiden und das Aufheben des Leidens.
Das Leiden wiederum kommt aus dem Denken. Im Denken entstehen Wünsche, die nicht erfüllt werden, also leidet man. Gleichzeitig sehnt man sich nach Erleuchtung, nach einer mystischen Erfahrung von "Einheit".
Was eben die Frage aufwirft, ob das alles aus einer gestörten Mutter-Kind-Beziehung (und später gestörten Gruppenbeziehungen) kommt. Eine tiefe unerfüllte Sehnsucht nach Einheit, Liebe, Angstfreiheit, Geborgen sein.
Hat man da einen frühkindlichen Mangel, dann wird das ganze Leben davon beeinflusst. Man sehnt sich zeitlebens nach dieser nicht erlangten Erfüllung und kommt dann ins Denken, kommt in den Hass, kommt ins Grübeln, kommt in die Aggression, kommt in die Trägheit, kommt in all die geistigen Zustände, an denen man entsetzlich leidet und die man dann mittels Meditation und Religion überwinden / auflösen will.
Am Ende soll das Ich im Alles aufgelöst werden.
Und da steht tatsächlich die Frage, ob dass nicht alles aufgrund gestörter Mutter-Kind-Beziehungen entsteht.
Wenn man mal schaut, dann haben matriachal strukturierte Völker da offensichtlich nicht solchen Bedarf nach Erlösung.
Die scheinen da geistig anders strukturiert zu sein.
Im Buddhismus versucht man ja, in der kaputten Welt glücklich zu sein. Der Lotus erblüht im Schlamm.
Die Frage ist, ob es überhaupt noch einen Bedarf nach Erlösung und Transzendenz geben würde, wenn man wieder naturgemäß lebt.
Oder ob sich das auflöst und man zumeist wirklich satt und zufrieden ist. Nicht nur körperlich, sondenr aufgrund der Gruppenliebe auch geistig / seelisch. Und ob man in diesen Gruppen aufgrund der Liebe nicht von ganz alleine im Hier und Jetzt lebt, aufmerksam ist, das Ego loslässt, weil es der Liebe im Weg steht und vielleicht ist Erleuchtung, als die Erfahrung der Einheit, etwas ganz normales, etwas alltägliches? Wenn man aufgeht in einer Art Gruppenliebe.
Ist alles Leid am Ende irgendwo Liebesleid und der Verlust dieser Bonoboumgebung?
Kam mit dem Abfall von den Naturgesetzen der artgerechten Ernährung und der Liebe überhaupt erst dieses massive Leiden in die Welt, die Menschen zuhauf dazu animierte, sich im stundenlangen Sitzen zu quälen? Oder im stundenlangen Gebet? Sich zu kasteien, sich mit höllischen Knieschmerzen abzugeben, sich im Grunde irgendwie masochistisch zu verhalten...
Um am Ende wieder "eins" zu werden? Zu "erwachen"?
Wie groß muss das Leiden, die Sehnsucht sein, um sowas durchzumachen? Und woher kommt dieses Gefühl von Mangel?
Und man muss ja mal schauen, wie wenig Menschen das am Ende "schaffen".
Manche Zen-Meister hatten keinen einzigen Schüler, der ihr Zen verstanden hat.
Nun bedeutet die Rückkehr zur eigenen Bonobonatur, um mal im Bild zu bleiben, natürlich auch eine enorme Transformation. Und ein gigantisches Loslassen. Alleine die instinktive Rohkost ist ja ein permantes Loslassen und eine permanente Übung im Sich-führen- lassen. Kommt dann noch die Liebe ins Spiel, na ja, dann wirds ganz heftig und alle Verblendungen kommen auf den Tisch.
Der Weg ist aber genussvoll, weil eben das Loslassen mit Genuss belohnt wird. Himmlische Phasen, magische Momente, Erfüllung im Solarplexus .. und wer nicht immer wieder loslassen kann, wer gierig wird, na ja, der fällt aus der Matrix und die himmlischen Phasen sind einfach weg.
Nun sind das alles eher theoretische Überlegungen, die sich für mich in der Praxis zwar so in Ansätzen bestätigt haben, aber auch natürlich auf erhebliche Widerstände und Schwierigkeiten treffen.
Dennoch wäre es zu überlegen, ob der Wunsch nach Erleuchtung, der ja der echten Erfahrungen zumeist im Weg steht, in einer natürlichen Umgebung verschwinden würde.
Die Frage ist eben wirklich, ob man sowohl etwas im Außen, also der Ernährung, der sozialen Struktur etwas ändern muss, als auch im Inneren (loslassen, annehmen, das Ego aufgeben).
Es gab ja die Instinctogruppe auf Montramé, nur ist dass da auch schlussendlich in die Hose gegangen.
Ich bin mir aber sicher, dass es auch in Zukunft immer wieder solche Versuche geben wird, die genetisch programmierten Strukturen zu schaffen.
Und irgendwann wird man mal rausfinden, wie es funktioniert.
Ich glaube, dass Leben will wieder lebendiger werden und erschafft aus sich selbst heraus diese Strukturen, wenn die Zeit dafür reif ist.
Und vielleicht dient die derzeitige Entwicklung auch einfach dazu zu erkennen, wer wir als Menschen nicht sind.
Vielleicht braucht es erst den Robotermenschen, den transhumanistisch veränderten Körper um zu erkennen: das sind wir nicht!
Was zur Frage führen wird: wer bin ich?
Schauen wir mal...
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BIC: GENODEF 1S 10
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