Brockenwanderung.

01.10.2023 16:47

Gott sei Dank habe ich mich heute aufgerafft und bin früh los, um heute den Brocken, den höchsten Berg im Harz (1142m) zu erwandern. Denn als ich heimkam, haben irgendwelche Leute schon wieder Krach gemacht. Das ging wohl den ganzen Vormittag so, aber ich war ja unterwegs. Die wollen in der Nachbarschaft ein Haus bauen und räumen alles frei. Natürlich mit Häckselmaschine und Motorsäge. *seufz*

Sonnabend ja kein Problem, aber Sonntag?

Man sieht aber auch, dass es einfach an sozialer Kompetenz und Intelligenz fehlt. Wer da schlau und intelligent ist, der geht vorher zu den Nachbarn und klärt das ab. Schon macht man sich beliebt und hat alle auf seiner Seite. Statt da einfach loszulegen und noch bevor man überhaupt angefangen hat zu bauen, die Leute gegen sich aufzubringen.

Krach mag nämlich niemand.

Witzig ist auch, dass auf den Wahlplakaten der AFD, hier war vor kurzem Bürgermeisterwahl, sowas steht wie: "Unser Land - Unsere Regeln!" - Na ja, was nützen diese Regeln, wenn sich nicht mal die Einheimischen daran halten?

Die Spitze wäre, wenn die sogar AFD wählen würden.

Spitze, das richtige Stichwort:

Los gings um 11.15 Uhr von Schierke Richtung Brockenspitze. Das Wetter war Ok. Nicht zu warm, nicht zu kühl.

Der ganze Nationalpark Harz sieht schon ziemlich gerupft aus nach dem intensiven Borkenkäferbefall. Aber gut, die Natur räumt das weg, was da nicht mehr stehen soll.

Der Wanderweg selber ist recht "steil" - na ja, wer mal in Österreich gelebt hat, für den ist es eher flach, aber für einen Flachländer ist das schon "steil". Alles in allem ist er recht reizvoll mit vielen Steinen und es macht Spaß, da hochzukraxeln.

Das letzte mal bin ich diesen Weg 2005 oder so gelaufen. Da war der noch mitten im Wald.

Es waren auch ziemlich viele Menschen unterwegs. Oben ganze Hundertschaften. Ein Blick auf die Durchschnittsbevölkerung hier. Na ja, also die meisten sind recht unfit. Als ich wieder runterging, kamen mir viele entgegen und wenn man dann in die Gesichter schaut... :-D

Ich bin ja hoch wie eine Gemse. Bergwandern hat mir in Österreich schon sehr gefallen und ich bin auch recht flott am Berg unterwegs. Man ist dann mehr im Hier und Jetzt. Vor allem, wenn der Weg steinig ist. Da muss man genau darauf achten, wo man hintritt und man ist gezwungen, im Moment zu sein.

Das letzte Stück ist dann normale Straße.

Oben war es recht ungemütlich und ich habe mich nicht zu lange aufgehalten. Es gibt dort auch einen Brockenrundweg, den bin ich einmal gegangen und dann nüscht wie wieder runter. Auf Wind und Kälte hatte ich absolut keine Lust.

Anders die Touristen. Erstaunlich, dass sich viele da hinhocken und erstmal Kaffee, Kuchen und Zigaretten konsumieren müssen. Man siehts ja an den Fahnen, es war recht windig und auch kalt. Manche haben sich in windstille Ecken gestellt, um erstmal eine zu rauchen. Viele sind ja mit der Brockenbahn rauf.

Der Gipfelstein war dann dicht umlagert.

Etwas abseits dann war es deutlich weniger überlaufen.

Ganz anders der Abstieg...lol... da war echt Betrieb.

Ich bin dann anders runter als rauf und da war es dann sehr ruhig.

Aber die Natur hat wirklich erbarmungslos die Fichten niedergemacht. Es gibt aber schon wieder Aufwuchs. Es wird wohl noch zwei, dreimal so weitergehen, aber irgendwann wird die Fichten sich den Lebensraum mit anderen Bäumen teilen müssen, sodass ein natürlicher Mischwald entsteht. Weiter unten kommt schon die Birke als Pionierbaum hoch.

Insgesamt war ich 3 Stunden unterwegs. Hoch bin ich ziemlich straff gewandert. Da ging der Puls auch mal richtig hoch. Runter dann normal.

Von mir aus ist es ungefähr eine Stunde Autofahrt bis Schierke. Es gibt aber noch einige weitere Aufstiege, zum Beispiel von Torfhaus aus, und als Wanderung ist es einfach mal eine schöne Sache.

Der Wald sieht zwar zerleddert aus, aber gut, so ist es nunmal und es wird sich irgendwann wieder etwas Neues daraus entwickeln.

Alles in allem: Ein netter Wanderausflug.

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