Donnerstag
16.07.2020 18:34Meine Herren, die letzten Wochen waren anstrengend. Neben der Arbeit noch viel trainiert, runter auf durchtrainierte 72kg, dachte gar nicht, dass das in meinem Alter noch möglich ist, aber ich habs mit viel Fleiß geschafft. Das Geheimnis waren und sind eben Ausdauertrainingseinheiten. Entweder Laufen oder wie ich zuletzt, Radfahren. Drauf auf den Hometrainer und drei Mal die Woche 90 Minuten geradelt. Da kommen dann die Bauchmuskeln raus!
Ich wollte eigentlich diese Woche noch durchziehen, aber gestern war Feierabend. Keine Lust mehr. Pause.
Und dann akzeptiere ich das auch, ich bin kein Profisportler, sondern es geht um Spaß und Potentialausschöpfung, ab ernicht um irgendwelche Egoismen.
Ansonsten hat es gestern auch mal geregnet. Schöner Landregen, der 19mm brachte. Sowas hatten wir seit 2015 nicht mehr in der Form.
Insgesamt sieht man aber, dass die Natur auch immer wieder Sachen ausgleicht. Erst ist es heiß und trocken, dann ist es heuer eher frisch bis zu kalt im Sommer.
Des Nachts geht es ja zum Teil bis 9 Grad runter und auch tagsüber ist es nicht wirklich sommerlich. Es liegt schon fast etwas Herbstliches in der Luft.
Und so gleicht es sich eben im Mittel immer wieder auch aus.
Ansonsten hat Corona auch die ganze Vorbereitung hinsichtlich des Sommertreffens durcheinander gewirbelt.
Das Ganze hat bei mir auch einige Bewusstwerdungsprozesse in Gang gesetzt. Ich schrieb ja nun schon mehrfach, dass die ganze Coronakrise wie eine Re-Inszenierung eigener Traumata erscheint und im Zuge dessen vieles, was tief verborgen war, ans Tageslicht kam und aufgearbeitet werden konnte.
Eine Sache, die bisher noch nicht vollständig geheilt wurde, wenn sowas überhaupt geht, ist das Problem, dass Hans Joachim Maaz als "Muttermangel" beschrieben hat.
Es gibt ja da mehrere Störungen, von denen die ersten Beziehungen betroffen sein können:
1. „Mutterbedrohung“ entsteht aus der mütterlichen Einstellung zum Kind: Sei nicht! Lebe nicht!Das nicht gewollte und nicht wirklich angenommene Kind bleibt innerseelisch in seiner Existenzberechtigung bedroht (Existenzangst). Ein solcher Mensch braucht ein Leben lang Halt, Schutz, Unterstützung und Führung. In der klinischen Ausformung sind es Borderline-Syndrome , die ihre Bedrohungserfahrung häufig destruktiv ausagieren. Sind viele Menschen in einer Gesellschaft davon betroffen, drohen massenpsychologisch destruktive Ideologien wie Rassenwahn, Fremdenhass, Völkermord, Kriegstreiberei und Verfolgung von Andersdenkenden –wie es im deutschen Nationalsozialismus der Fall war.
Also gerade damals zu der Zeit gab es ja extrem viele ungewollte Schwangerschaften. Die Kirche hatte zusammen mit dem Adel das Wissen um die natürlichen Verhütungsmethoden schon einige Jahrhunderte vorher, als Hexenverfolgung getarnt, fast ausgerottet und so kam es ja in Europa zu einer "Kinderflut", die eben entweder zum Auswandern zwang (damals eben neue Welt, Neuseeland, Australien) oder die intern zu Kriegen führten.
Begünstigend kam eben hinzu, dass viele Kinder wirklich nicht gewollt waren, sondern eben als viertes, fünftes oder sechstes Kind zwar auf die Welt kamen, aber eigentlich keine Wunschkinder mehr waren.
Frauen wissen ja auch, was sie leisten können als Mütter. Aber wenn das eben aus ideologischen Gründen, oder weil das Verhütungswissen verloren ging, zu mehr Kindern kam, als das die Frauen wirklich wollten, dann waren die Kinder einfach nicht gewollt.
Das hat ja enorme energetische und seelische Auswirkungen.
Davon bin ich zum Glück verschont geblieben.
2. „Muttermangel“ mit der mütterlichen Botschaft an das Kind: Du darfst leben, ich will Dich auch, aber ich kann Dich nicht wirklich lieben, ich habe keine Zeit für Dich, ich bin mit eigenen Problemen und unerfüllten Bedürfnissen belastet. Die zentrale Angst des Kindes bleibt Objektverlustangst (d.h. Angst, nicht genug Liebe zu erfahren). Der Mensch bleibt unsicher, fühlt sich minderwertig und nicht liebenswert. Er glaubt, durch besondere Leistungen und Anstrengungen sich Liebe verdienen zu können. So kann ma n zu m Leistungsträger einer Gesellschaft werden, ohne je wirkliche innere Zufriedenheit und Entspannung zu finden. Die massenpsychologische Ausformung des Muttermangels erkennt man in der Qualität der Sozialsysteme. Wie werden Minderheiten, Alte, Kranke, Behinderte, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger akzeptiert und unterstützt?
Das ist so meine Generation. Gerade die aus der ehemaligen DDR. Alle schon bei der Geburt weggetragen, Mutterkontakt nur nach Zeitplan, dann recht schnell in die Krippe, Kindergarten, Schule, Lehre, Arbeit.
Die energetische Versorgung mit liebevoller Mütterlichkeit, mit Liebe und Zuwendung, echter Fürsorge (nicht rein beruflich), Nestwärme und Annahme blieb immer im Mangel. Von Anfang an.
Die Frage war dann: was stimmt mit MIR nicht, dass ich das, was ich eigentlich bräuchte, nicht bekomme? Und als Kind denkt man, es MUSS ja an einem selber liegen! Irgendwas stimmt mit mir nicht, ich bin es nicht wert, bekomme die Liebe nicht, die ich brauche, weil ich irgendwie mangelhaft, kaputt oder beschädigt bin, vielleicht hässlich, vielleicht zu dick... man rätselt dann und kommt je nach dem zu unterschiedlichen Lösungen. Aber selbst wenn man sich da nichts einbildet, IRGENDWAS muss es aber sein.
So oder so: man bleibt immer im Mangel. Die Zeit mit der Mutter war von Anfang an begrenzt, oft auf den Feierabend beschränkt, wo die Frauen auch noch gestresst waren, echte Bindungen konnten da gar nicht aufkommen, da die Zeit dazu einfach zu begrenzt war und oft eben auch stressbeladen. Oft waren die Frauen auch mit sich selber beschäftigt und hatten ihre narzisstischen Probleme als Nachkriegskinder. Also band man sich eher an Mitgefangene. Also andere Kinder in den Krippen, Kindergärten und Schulen. Das waren dann Leidensgenossen, die ebenfalls von 6 Uhr-5 Uhr in der Krippe oder im Kindergarten hocken mussten.
Fragt man jemanden, dann sagen ALLE, dass es nicht so schlimm war, hab dich mal nicht so, was eben schon eine Verhärtung darstellt. Aber das MUSS man auch sagen, weil alles andere hält man ja nicht aus. Weil zu schmerzlich.
Und mir ist eben aufgefallen, dass mein ganzes Leben so eine Art Warten, Begrenzung, Trennung in der Hinsicht darstellt und man sich die Zwischenzeit mit etwas vertröstet. Oft eben Fernseher, Bücher, jetzt eben Computer, Smartphones usw... das sind wie immer anwesende Freunde, die dir was erzählen, die dich ablenken, die dich unterhalten, die dir das Warten erleichtern.
Würde man die ausmachen, würde man emotional nackt dastehen und mit dem vollen Mangel konfrontiert werden.
Deswegen schnell den PC anmachen und sich ablenken.
Nur nicht in die Leere des Augenblicks fallen.
Das ist tragisch und betrifft ganze Generationen.
Man lebt permanent, seit Tag 1 des Lebens, gesellschaftlich induziert, in einer seelisch-emotionalen Mangelsituation.
Und man konnte machen, was man wollte: schreien, heulen, krank werden... die Signale wurden nicht gedeutet, sondern man hat noch geschimpft, wie unartig man war, bis man sich eben in die Situation fügte und dafür Lob bekam von der Erzieherin.
Der pure Wahnsinn.
Ähnlich der Methode, wenn Kinder den gekochten Babybrei ablehnen und den dann irgendwann doch fressen und dann sind alle glücklich.
Die Hölle. Der pure Wahnsinn, was hier passiert.
Wie in "Event Horizon", wer den Film kennt.
Und es spornt eben zu Höchstleistungen an. Also wunderbar für eine Leistungsgesellschaft. Überstunden, Heimarbeit, Wochenden durcharbeiten.
Aber so viel man sich eben abrackert: Liebe kann man nicht erarbeiten. Sie wird GESCHENKT. Und entweder, was der natürliche Kontext ist, bekommt man sie GESCHENKT, alleine, weil man geboren wird und es natürlich ist, Liebe geschenkt zu bekommen, oder eben nicht oder nur in der Sparversion, wie in unserer Gesellschaft.
Und für alle, die diese Liebe nicht VOLLUMFÄNGLICH geschenkt bekommen haben, bleibt eben ein Gefühl, dass etwas fehlt. Und das beeinflußt eben später das ganze Leben! Die frühe Kindheit ist eben die Wurzel, die im Dunkeln, also im Erdboden liegt und wenn es da Probleme gab, wird der Baum auch nicht gut wachsen und sein volles Potential entfalten.
Und die Leere, selbst IN Beziehungen, wird mit TV, Essen, Computer oder jetzt Smartphonglotzen zugeschüttet.
Nur nicht diesen Mangel bewusst erleben und annehmen.
Weil es eben weh tut und Heilung eben oft nichts angenehmes ist.
Das man jetzt wieder mit diesen Kitakram anfängt zeigt eigentlich, wie wenig wir uns selber kennen und verstanden haben, wie wenig wir die eigene Tragik in der Liebe geheilt haben, sonst würden wir das nicht der nächsten Generation zumuten.
Wäre es uns bewusst, statt verhärtet zu sein, würde man Kinder nicht mehr loslassen und in die Fremdbetreuung abgeben, sondern für sie da sein.
All you need is Love.
Nur macht das weder den sozialistischen Ideologen glücklich, der meinte, um den Klassenkampf zu gewinnen, muss man die Familien zerstören und die Kinder staatlich "aufziehen", noch den kapitalistischen Profitemacher, der natürlich davon profitiert, wenn Menschen bedingungslos leistungsbereit sind.
Deswegen sind ja auch beide System Schrott.
Der dritte Weg wäre eben MEHR NATÜRLICHKEIT zulassen.
Wie beim Roulett. Nicht rot, nicht schwarz, sondern die die winzige Change, dass das grüne Feld kommt.
Und damit meine ich nicht die Grüne Partei.
Im Grunde kann man diesen frühkindlichen Liebesmangel (und alle anderen Beziehungsstörungen) nur betrauern. So wie man trauert, wenn man einen geliebten Mitmenschen verloren hat. Man kann e snur betrauern. Und Trauer ist eben auch eine Zeit der Heilung, bzw. ein akt der seelischen Heilung.
Und es macht ja keinen Unterschied, ob man den Verlust eines Menschen (Liebe) betrauert, oder den eigenen Verlust, die eigene erlebte Mangel- und Belastungssituation.
Die Trauer verläuft gewöhnlich in mehreren Phasen.
- Die meisten Betroffenen erleiden zeitweise eine Akute Belastungsreaktion („Schock“); sie können nicht wahrhaben, dass ein Mensch oder ein Tier gestorben ist oder dass ein schwerer Verlust zu erwarten ist.
- Sie erleben eine Phase der Niedergeschlagenheit. Sinnleere, Zukunftsangst und/oder Hadern mit dem Schicksal dominieren die Gedanken. Häufig treten auch Desorientierung, Vergesslichkeit und/oder körperliche Reaktionen auf (wie Konzentrationsverlust, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust). Die Aufmerksamkeit im Kontakt mit anderen und für alltägliche Aufgaben fällt schwer. Trauernde haben Verlassenheits- und Schuldgefühle sowie andere Symptome von Unwohlsein und Ermüdung.
- In einer weiteren Phase „heilen Wunden“. Der Gedanke an die verstorbene oder verlorene Person (auch an Tiere, Haus, Heimat, Arbeit) lässt weniger verzweifeln. Es gelingt den Trauernden, sich wieder besser zu konzentrieren, das Hier und Jetzt adäquat wahrzunehmen und den Blick auf die Zukunft zu richten. Im Idealfall erreicht der Trauernde wieder ein seelisches Gleichgewicht und kann Glück und andere positive Emotionen empfinden. Er kann neuen Sinn finden
Die erste Phase ist im Grunde ein frühkindlicher Dauerzustand. Nur nicht so schwer und punktuell, wie eben bei einem plötzlichen Todesfall, dafür aber permanent vorhanden. Ein ewiges Gefühl von Mangel, von Hunger, von nicht wirklich gesättigt sein. Ein Gefühl von Verlust, Abgeschoben werden, Warten, bis man endlich abgeholt wird aus der Kita, Kindergarten, bis endlich die Schule aus ist, dann wieder Erfüllung, aber eben nur auf Zeit, was die Beziehung mit Stress belastet.
Kitakinder haben eh ein ganzes Leben mit Anspannung und Stress zu kämpfen, weil die Fremdbetreuung eben Stress und Anspannung auslöst. Man spürt ja, dass man UNTER FREMDEN ist. Man ist auch Angriffen un dunguten Situationen, verbal oder emotional durch andere Kinder oder durch "Erzieher" schutzlos ausgeliefert. Niemand da, der dich verteidigt oder den Rücken stärkt, der dich SCHÜTZT.
Stress pur!
Und man kann diese ganze Scheiße eben nur betrauern.
Vielleicht kommt man dann zur Heilung wie in der dritten Phase beschrieben: Es "heilen Wunden".
3. „Muttervergiftung“mit der mütterlichen Botschaft: Du darfst leben, Du bist mir auch etwas wert, aber ich mag Dich nur, solange Du meine Erwartungen erfüllst. Das Kind bleibt abhängig an die Mutter gebunden mit Individualisierungsangst. Muttergebundene suchen ein Leben lang Führung und Orientierung. Sie sind nach außen orientiert, versuchen abzuspüren, was von ihnen erwartet wird und sind leicht durch Suggestionen zu manipulieren. Autonomiebestrebungen bleiben angstbesetzt. Die massenpsychologische Ausformung ist typisch für eine Marktwirtschaft, die Kunden und Klienten nur solange umwirbt und hofiert, solange sie zahlungskräftig sind und Profit versprechen.
Das habe ich zwar auch erlebt, aber nicht wirklich gravierend. Es war eben wie überall, dass man erzogen wurde. Aber meine Mutter hat da keine solchen Erwartungen gehabt und ich hatte nicht das Gefühl, da Erwartungen erfüllen zu müssen, ansonsten wird die Liebe entzogen.
Das ist an mir vorbeigegangen, deswegen kann ich da jetzt nicht so viel dazu schreiben.
Das ist eher so ein Ding der Schule. Wo man eben in diese Richtung getrimmt wird. Erfüllt man die Erwartungen, wird man gelobt, kriegt gute Noten, eine gute Beurteilung. Erfüllt man die Erwartungen nicht, naja, dann sieht das Zeugnis entsprechend aus.
Ich war da aber zu rebellisch und willensstark, mich dahingehend zu beugen und hatte deswegen öfters mal ein Tadel, Fehltage usw. Aber den Druck kenne ich, nur eben nicht als frühe emotionale Sache zwischen mir und meiner Mutter.
Da war eben, typisch DDR, der Muttermangel das gravierenste Beziehungsproblem.
Der Mensch, den man am meisten liebt, die erste große Liebe, war einfach zu wenig da, zu wenig anwesend. Man war zuviel alleine, musste zuviel Zeit mit Warten, mit Fremden und mit sich selber verbringen. Ablenkungen wie Fernsehen, Bücher, später PC-Technik dienen da als "falsche Freunde".
Und als Ergebnis dieser frühen Beziehungsstörung bleibt man eben wirklich unsicher (Wer bin ich? Was sind normale Liebesbeziehungen? Wie funktioniert das?), fühlt sich minderwertig und nicht liebenswert.
1. Vaterterror mit der Einstellung des Vaters zum Kind: Du störst, Du bist zu viel. Ich fühle mich bedroht durch Dich! Der Vater erlebt das Kind als Konkurrent um die Mut ter, von der er auch noch verwöhnt werden möchte. Die psychischen Folgen beim Kind sind Einschüchterung, Unsicherheit, Ängstlichkeit, Gehemmtheit –der Rückzug aus Welterkundung und Lebensgestaltung mit Expansionsangst. Massenpsychologisch finden wir in der Folge von Vaterterror gehemmte, ängstliche Untertanen und Mitläufer einer Gesellschaft oder in der Reaktionsbildung die Revolutionäre und „Vatermörder“.
Habe ich nicht erlebt. Einzig ein späterer Freund meiner Mutter hatte solche Anwandlungen. Da war ich aber schon älter und habe mich da auch entsprechend abgeschirmt. Das habe ich dann zwar gespürt, aber nicht an mich rangelassen. Wenn man das aber als ungeschütztes Kleinkind erlebt...puhhh...das ist dann Hardcore!
2. Vaterflucht mit der Einstellung des Vaters zum Kind: Ich habe keine Zeit für Dich. Ich habe Wichtigeres zu tun! Dem Kind wird Identifikation oder gute Auseinandersetzung mit Männlichkeit und Väterlichkeit entzogen und verweigert. Die Kinder bleiben Muttersöhne und Muttertöchter, die nicht selten schwach, strukturlos, ohne Ziel und Ehrgeiz ihr Leben verbringen und am liebsten nur versorgt sein möchten. Da sie oft keine Anstrengungsbereitschaft entwickeln konnten, fehlt ihnen auch die Freude an Leistung und Erfolg mit regelrechter Erfolgsangst.
Maaz behandelt hier ja die frühkindlichen Störungen. Da hatte ich aber eine gute Bezeihung zu meinem Vater. Allerdings ist er dann später "abgehauen", als ich acht war und das hat mich schwer getroffen. Sehr schwer. Das hat mein Gefühl von "Es muss an mir liegen!", das eben schon vorhanden war, noch deutlich verstärkt.
Das hat mich auch etwas demotiviert in der Schule, hat mich echt auch runtergezogen.
Aber die daraus entstehenden Probleme, die da beschrieben sind, kenne ich so nicht. Ich bin eher maximal leistungsbereit (auch schon besser geworden nach dem Fast-Burn-Out), sehr strukturiert, strenge mich vielleicht sogar zu viel an und erfreue mich an Leistung. Egal ob Garten, Studium, Sport, Beruf... und wenn ich Erfolg habe, freue ich mich. Ein Muttersöhnchen bin ich auch nicht. Da grenze ich mich sehr ab.
Bis zur Scheidung war es also recht gut im Grunde. Das war dann allerdings echt ein Schock und eine tiefe Zäsur.
3. Vater missbrauch mit der Einstellung des Vaters zum Kind: Mach mich stolz, mach mich „unsterblich“ durch besondere Leistungen. Der Vater ist Antreiber für Höchstleistungen, der Trainer, der seine Sprösslinge zu Siegern machen will, wodurch ein Erfolgs-und Stärkekult gefördert wird, der Egoisten erzieht, die immer besser und erfolgreicher sein müssen als andere. So werden Macht und Konkurrenzstrukturen von Machos und Emanzen bedient, in denen Verbundenheit, Gemeinschaft und Solidarität missachtet und abgewertet werden. Das Sozialverhalten ist von Versagensangst beherrscht.
Das trifft wohl eher so auf mich zu! lol
Mein Vater war nie so, aber ich wäre wohl etwas so in diese Richtung, wobei das auch ganz nicht stimmt. Aber fördern und fordern würde ich schon auch. Also schon so, dass Kinder auch ihr Potential entdecken und ausschöpfen, statt ihre Zeit mit Brawl Stars oder Fortnite zu verplempern.
Das würde mich stören, Kindern an die Videospieleindustrie zu verlieren, statt dass sie ihren Körper und ihren Geist entdecken.
Aber diese Gesellschaft ist ja wie eine Krake. Mein Vater sagte immer: "Überall sind die Saugnäpfe!". Überall wird man verführt und kann seine Kindern an die Industrie verlieren und sich in Folge dessen regelrecht entfremden.
Fastfood, Videospiele, Pharmaindustrie, Süßigkeiten, Markenklamotten .. überall lauern die Saugnäpfe. Überall gibt es die faulen Kompromisse, die schrittweise Entfremdung durch Verführung.
Ekelhaft.
Aber fassen wir mal zusammen:
Wenn wir die Qualität der ersten Beziehungserfahrungen aus der Perspektive des Kindes und damit nach der Qualität mütterlicher und väterlicher Funktionen beurteilen wollen, müssen für die Erfahrungen des Kindes folgende Fragen beantwortet werden:
1.Bin ich gewollt?
Ja. Diese Frage kann ich eindeutig mit Ja! beantworten. Ich bin gewollt.
2. Bin ich geliebt? (Um meiner Selbst willen.)
Ja. Werde ich und wurde ich. Aber die Trennung war zu oft, zu lang, zu entfremdend. Ich wurde geliebt, ohne Zweifel. Aber die gesellschaftlichen Zwänge / Entscheidungen haben die Liebenden eben getrennt und bei mir als Kind eben ein Gefühl von Mangel an Nähe, Geborgenheit, Nestwärme, Fürsorge ausgelöst.
Aber grundsätzlich wurde ich geliebt. Ohne Wenn und Aber.
3. Darf ich so sein? (Nach meinen Möglichkeiten und Begrenzungen oder muss ich Erwartungen und Normen erfüllen.)
Also von meinen Eltern aus durfte ich sein, wie ich bin, aber gesamtgesellschaftlich nicht. Da muss und musste ich Erwartungen und Normen erfüllen.
Klar hätte es meine Mutter öfters gern gesehen, wenn ich "seriöser" wäre, aber das ist noch im Rahmen. Irgendwie Druck oder Zwang gab es nie.
Mein Vater war da eher der Narzisst und ihm war es egal. Das hat mich aber auch etwas gestört. Aber er war schon sehr auf sich selbst bezogen. Deswegen hatte ich öfters mal einen Wutanfall.
4. Darf ich mich entfalten? (Oder werde ich eingeschüchtert und behindert.)
Da wurde ich schon oft behindert und musste mir viele, sehr vieles hart erkämpfen. Gerade meine Mutter war (und ist) sehr stark im "Was da die Leute sagen!"-Denken verhaftet, was mir ja vollkommen egal ist. Aber ich konnte mich da oft nicht entfalten, weil sie Angst hatte, was dann die Leute sagen, wenn der Rasen zur Wiese für die Wildbienen wird.
Ich musste da wirklich oft enormen Widerstand, schon als Kind, niederkämpfen.
Dann wurde ich auch unterstützt, und zwar mit der gleichen Kraft, die ich vorher zu überwinden hatte.
Aber vorher musste ich immer Widerstände niederreissen. Was mir auch oft enorme Wutanfälle beschert hat.
Gleichzeitig war es aber auch immer eine Art Test, wie ernst mir etwas war. Alles, was ich nicht wirklich wollte, ist dann am Widerstand gescheitert, weil ich dann doch nicht die Energie hatte, das durchzusetzen. Aber alles, was ich WIRKLICH wollte, wurde dann eben vorher auf Ernsthaftigkeit getestet.
Gesellschaftlich war die DDR da aber auch beengt und man wurde schon eingeschüchtert.
5. Erfahre ich förderliche Begleitung, Unterstützung, Ermutigung? (Oder werde ich allein gelassen.)
Das ist etwas, wo ich einen großen Mangel habe. So richtige Unterstützung, Begleitung und Ermutigung, da hätte ich gerne mehr von gehabt. Gerade so als Teenager. In der frühen Kindheit hatte ich das vielleicht, kann mich aber nicht erinnern. Später dann aber weniger. Ich hatte oft materielle Unterstützung, ja, aber so ein "Das schaffst Du!", "Da helfe ich dir!", "Los, das machen wir zusammen!", also das hat mir sehr gefehlt. Mein Vater war weg, da war also die männliche Seite recht leer und das Interesse an dem, was ich mache, eher gering. Zumindest kam das so bei mir an. Meine Mutter war zu ängstlich damit beschäftigt, was die Leute sagen. Sie war auch nach der Scheidung zu sehr mit sich beschäftigt.
Ich habe zwar viele Sachen dennoch erreicht, Schule abgeschlossen, Lehre, Beruf, Studium, Sport... alles immer sehr erfolgreich durchgezogen, aber ich hatte da im Grunde niemanden, mit dem man das Erreichte teilt und sich gemeinsam drüber freut. Weil ich es, zumindest kam es bei mir so an, immer auch alleine machen musste. Ich stand da oft ganz alleine auf dem Berggipfel.
Und das hat vieles getrübt.
Aber vielleicht sehe ich das auch nur so, weil ich eben damals im Krankenhaus lag und die schwerste Krise meines Lebens, den Kampf auf Leben und Tod, ganz alleine durchstehen musste.
Vielleicht hat das so tief geprägt, war so fundamental, dass ich die Unterstützung gar nicht annehmen und wertschätzen konnte. Sie nicht mal wahrnahm, weil eben dieses Gefühl von Etwas-alleine-durchstehen-müssen zu dominant war im Unterbewusstsein.
Wenn ich jetzt so nachdenke, habe ich schon immer auch Unterstützung bekommen... Sehr viel sogar. Aber ich habe das nie so wahrgenommen, sondern hatte immer das Gefühl, ich muss da was alleine durchstehen. Dieses Urtrauma hat da wirklich auch den Blick getrübt, bzw. die Wahrnehmung verzerrt.
Na mal gut, dass ich heute hier diesen Artikel schreibe! Sonst wäre mir das gar nicht so bewusst geworden! :-)
6. Wird meine Begrenzung akzeptiert?
Ja.
Die Fragen 1 –3 hängen von der Qualität der Mütterlichkeit ab, die Fragen 4 –6 v on der Qualität der Väterlichkeit.
Na ja, ich habe es jetzt mal so beantwortet, wie ich es empfunden habe. Also nicht an ein Elternteil festgemacht.
Mit Blick auf diese Störungen und ihre Folgen lassen sich auch eine Reihe von besonderen Defiziten und Konflikten in unserer Gesellschaft erklären:
-dass wir Emotionalität weniger wertschätzen als Rationalität (um die schmerzl ichen Gefühle unserer Frühstörungen unter Kontrolle zu halten)
Kann ich bestätigen. Wenn man im Kopf ist, ist es aushaltbar, ist man im Herzen, wird es mitunter unerträglich. Aber je mehr etwas ausheilt, desto emotionaler kann man wieder werden.
- dass wir Erziehung statt Beziehung favorisieren (weil wir beziehungsgestört sind)
Ich favorisiere eigentlich Beziehung, aber wie soll das in einer Schule mit 20 Schülern pro Klasse gehen? Oder in einem Kindergarten? Oder einer Kita? Gute Beziehungen gehen nur von Mensch zu Mensch. Wenn sich beide füreinander Zeit nehmen, um den anderen zu entdecken und kennenzulernen. Und wieviele richtig gute Beziehungen hat man? Zu 5, 10, 15, 20 Menschen?
Diese Objektisierung kommt eben aus der Industrie.
Das ist im Grunde das: Massenproduktion mensch-maschine-fortschritt.de/content/uploads/2016/12/industrie1.gif

Daher kommt das ja, bzw. diese Denke sehen wir da. Und es geht auch gar nicht anders, wenn man ehrlich ist. Man kann in Kitas, Kindergärten und Schulen nicht zu jedem Kind eine Beziehung aufbauen, wenn da 25 Hanseln in der Klasse hocken.
- dass wir Bildung höher bewerten als Bindung (um unsere Bindungsschwäche zu kompensieren)
Stimmt.
- dass uns Empathie so schwer fällt und wir lieber kämpfen und konkurrieren (weil wir die Einfühlung in uns selbst blockiert haben)
- dass wir Andersartigkeit häufig als bedrohlich erleben (weil im Anderen und Fremden das unterdrückte und tabuisierte Eigene erkannt werden könnte)
- dass wir Begrenzung so schwer akzeptieren können (weil wir Frühbedürftige geblieben sind und immer noch haben wollen, was schon längst verloren ist)
- dass Mütterlichkeit so entwertet wird zugunsten von Beruf, Karriere und materiellen Werten (weil man selbst erlebte Mütterlichkeitsdefizite verleugnen und abwehren muss )
- dass Väterlichkeit so falsch verstanden wird als könnten Väter die Mütter ohne größere Probleme ersetzen (weil man die selbst erlebten Väterlichkeitsdefizite verleugnen und abwehren muss).
Harter Toback.
Im Grunde in seiner Schonungslosigkeit und Wahrheit kaum auszuhalten.
...weil wir haben wollen, was längst verloren ist.
Ja, das sind alles wirklich bittere und herbe Wahrheiten.
Kein Wunder, dass sich so viele Menschen lieber ablenken, als sich dem zu stellen.
Heilung ist eben wirklich oft ein schmerzlicher Prozess.
Die Alternative ist aber noch schlimmer.
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BIC: GENODEF 1S 10
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