Immer wieder interessant.
12.07.2020 12:30Als Mann ist man in den letzten Monaten unweigerlich über ein neues Thema gestolpert, das im Internet die Runde machte: die sogenannte No-Fap-Bewegung.
Was ist das?
Fragen wir mal die allwissende Müllhalde Wikipedia:
NoFap ist ein Internetforum sowie eine daraus hervorgegangene Bewegung von Menschen, die den Konsum von Pornografie sowie Masturbation freiwillig einschränken beziehungsweise vermeiden wollen.[1][2] Der Name kommt vom englischen Slangbegriff "to fap", der die männliche Masturbation bezeichnet. Obwohl in den Anfängen ein überwiegend männliches Phänomen, wird NoFap mittlerweile gleichermaßen von beiden Geschlechtern praktiziert.[3][4]
Man kann es als Gegenbewegung zum Onlinepornoschauen interpretieren.
Irgendein Amerikaner (wer sonst) hat das "erfunden" und bekannt gemacht und mittlerweile haben sich da viele Männer von inspirieren lassen.
NoFap wurde im Juni 2011, nach einer Diskussion auf der Internetplattform Reddit über eine chinesische Studie von 2003,[6] von Alexander Rohdes gegründet. Die chinesische Studie fand Anzeichen dafür, dass der männliche Testosteronspiegel im Blut nach sieben Tagen Enthaltsamkeit auf bis zu 145,7 Prozent ansteigen könne. Alexander Rhodes erscheint in dem von Nicholas Tana geschriebenen und inszenierten Dokumentarfilm „Sticky: A (Self) Love Story“, in dem er seine Ergebnisse und seine Ansichten über Masturbation diskutiert.[7] Die Anzahl der Nutzer im Subreddit verdreifachte sich innerhalb von nur zwei Jahren, was dazu führte, dass Rhodes schließlich die Webseite NoFap.com erstellte.
Es gibt da also einen große "Nachfrage" nach dem Thema. Anscheinend kann die Pornoflut im Internet wirklich auch problematisch werden und Männer zu einem Verhalten verleiten, was irgendwann als nicht mehr in Balance angesehen wird.
Na ja, und weil ich ja immer auch offen für neue Herausforderungen bin, habe ich das schon Anfang 2019 ausprobiert.
War gar nicht so einfach und hat mich stark an die Umstellung auf Rohkost erinnert.
Ich muss aber zugeben, dass ich nie der große Pornokonsument war. Mir ist das zu "schmuddelig" und zu unerotisch. Das für mich erotischte "Instrument" ist die Fantasie. Nicht irgendwelche Bumsfilmchen. Die machen eigentlich mehr kaputt als das sie wirklich helfen.
Wie auch immer, ich habe das eben auch ausprobiert und habe gemerkt: wow, da ist was dran! Nach einer Woche habe ich wirklich einen Testosteronboost gemerkt. Man ist wacher, selbstbewusster, männlicher und hat mehr Energie.
Ich bin dann dabei geblieben und habe das in den letzten 12 Monaten in immer längeren Phasen praktiziert.
Der für mich erstaunlichste Aspekt war, dass man bioenergetisch aufgeladener wird. Als ob man mehr Energie hat, die durch den Körper wirbelt und die einen gesünder, fitter, energetischer und wacher macht.
Und auch gesundheitlich widerstandsfähiger, meine ich beobachtet zu haben.
Gleichzeitig sinkt der Level der "Erotisierung" stark ab. Sprich, man findet sich plötzlich im 18. Jahrhundert wieder, wo ein leicht hochgezogener Rock für die jungen Männer schon stark erotisierend wirkte. Während manche sich heute als Heteros mit Homovideos antörnen müssen, oder sich Videos anschauen, wo Frauen den Darm raushängen lassen, weil nichts anderes mehr reizt. Vielleicht ist die Ursache für den massiv gesteigerten Kinderpornokonsum da auch zu suchen. Da wird man ja mittlerweile mit Meldungen überflutet, dass wieder da und dort ein Ring hochgenommen wurde.
Vielleicht liegt das daran, dass der Orgasmus eben eine energetische Entladung ist und man immer stärkere Reize braucht, um da noch eine Spannung aufzubauen, die man dann über die Selbstbefriedigung abbaut.
Bis in die 50er und 60er Jahren galt Selbstbefriedigung ja auch als Todsünde und man hat das eben versucht zu vermeiden, was eben zu mehr Erotik geführt hat.
Da reichen eben schon nackte Arme oder ein nacktes Knie, um angeregt zu werden. Wer aber mehrmals täglich onaniert, den lässt sowas wahrscheinlich vollkommen kalt. Da braucht es dann immer gröbere Reize. Im Grunde wieder wie beim Essen. Wenn man hungrig ist, dann nimmt man alle Geschmacksnuancen wahr. Ist dann dann statt und will weiterfressen, dann muss man mischen, würzen... am Ende landet man den groben Geschmacksreizen, um überhaupt noch was zu schmecken. Alles andere ist eben aufgrund der Überlastung fad und langweilig.
Für einen Mann mit gesunder Libido ist es aber gar nicht so einfach, diesen Weg zu gehen.
Mir ist etwas aufgefallen: jede Phase beginnt damit, dass man von erotischen Gedanken und Fantasien "gequält" wird, die aber nicht "abgeleitet" werden. Nach einer Woche merkt man den Testosteronboost. Und die zusätzliche Energie, die durch den Körper wirbelt. Nach zwei bis drei Wochen dann kippt das und es kommt zu geistigen Entgiftungskrisen. Als ob der Körper-Geist diese zusätzliche Energie dann nutzt, um das Energiesystem zu säubern.
Das Ganze hat mich schwer an die Umstellung auf Rohkost erinnert, wo man erstmal auch etwas kämpfen muss, dann kriegt man einen Energieschub, dann kommt nach drei Wochen die Entgiftung.
Nach dieser Entgiftung, die zumeist ein paar Tage dauert, sind die sexuellen Fanatsien fast zu 100% weg. Man kommt da auf eine ganz andere Ebene plötzlich und das Sexuelle, sonst immer stark präsent, tritt weit in den Hintergrund.
Was ich bemerkt habe: es bringt nichts, die sexuellen Fanatsien am Anfang irgendwie zu unterdrücken. Einfach laufen lassen, sich daran erfreuen, aber eben die Hände über der Bettdecke lassen (lol).
Mir ist noch etwas aufgefallen: es gibt auch sowas, wie einen geistigen Orgasmus. Also dass man einen Zustand erreicht, wo etwas alleine durch die Fanatsie so erregend wird, dass man intern im Geist eine Art Orgasmus hat, ohne einen echten zu haben.
Das findet schlichtweg nur im Kopf, in der Fanatsie statt. Und die Energie ist dann im Gehirn aktiv, statt im Becken. Ich finde das Bild sehr passend!
Das ist so, als ob die Fantasie einen mitnimmt und alles ist energetisch aufgeladen, aber die Energie bleibt im Körper. Baut sich im Gehirn ab (und das um?). Man merkt auch, dass man das nach so einer Erfahrung nicht einfach wiederholen kann, sondern es muss sich eben neue Energie aufbauen.
Es ist wie ein erotisches Gewitter, dass da im Gehirm stattfindet. Und irgendwann ist es vorbei, nur dass man danach nicht Energie losgeworden ist, sondern man energetisiert ist.
Da hat sich also etwas intern rein energetisch-geistig entladen.
Irgendwann scheint das dann aber auch Heilungsprozesse auszulösen.
Andere berichten ähnliches:
Nach einer gewissen Zeit des Verzichts auf Pornografie und Masturbation behaupten einige NoFap-Nutzer, "dramatische Steigerungen des sozialen Vertrauens, der Energie, der Konzentration, der mentalen Schärfe, der Motivation, des Selbstwertgefühls, der emotionalen Stabilität, des Glücks, der sexuellen Fähigkeiten und der Attraktivität für das andere Geschlecht" zu erleben.[17][18] Gemäß einem 2018 erschienenen Fachartikel ist die Ansicht, dass der Verzicht zu solchen „Superkräften“[16] führt, einer der zentralen Grundsätze von NoFap. Einige NoFap-Nutzer sagen, dass ihr Gehirn durch Pornos verzerrt wurde, auf Kosten echter Beziehungen.[19]
Kann ich mehr oder weniger mal so bestätigen.
Apropos "Superkräfte": Nun bin ich da kein Experte und kann da nicht auf irgendwelche Zaubertricks zurückgreifen, aber anscheinend soll das ja auch magische Bedeutung haben, wenn man so lebt.
Es gibt ja da Berichte, dass es der Erleuchtung dient, dass man Gebete dadurch wirsamer machen kann, dass man die Energie durch die Chakren leitet usw usw..
Kann alles sein, habe ich so noch nicht entdeckt.
Bisher war es nur so, dass die nicht entladene, aber auch nicht unterdrückte sexuelle Energie nach einer gewissen Zeit emotional-seelisch sehr heilsam wirkt.
Man darf es halt nur nicht unterdrücken, sondern auch solche Gedanken frei fließen lassen.
Ja, schauen wir mal. Dieser Weg fühlt sich richtig an und scheint auch zu etwas zu führen, was man von anderer Seite unterdrücken möchte.
Es ist doch schon erstaunlich, dass es soviele kostenlose Pornos gibt. Die Produktion kostet ja auch Geld, aber wer bezahlt eigentlich für sowas? Im Grunde sind die frei verfügbar und die Frage stellt sich mir: ist das so gewollt? Ist das wieder so ein Angriff auf das Energiesystem des Menschen? Auf die potentielle Transzendenz? Dem kollektiven Erwachen?
Keine Ahnung, ist eine Verschwörungstheorie, aber ich frage mich wirklich, ob das Absicht ist.
Auf Telepolis kam mal ein Artikel, der hieß:
Die Pornografisierung als globale Waffe
www.heise.de/tp/features/Die-Pornografisierung-als-globale-Waffe-4239828.html
Darin findet sich dieses Zitat:
Die amerikanische Wissenschaftlerin Gail Dines meint dazu in ihrem 2010 erschienenen Langessay Pornland:
Wir wissen derzeit noch nicht genau, was die Konsequenzen des exzessiven Pornokonsums für unsere Kultur, Sexualität, Identitäten und Beziehungen bedeuten. Klar ist nur: es handelt sich um ein massives soziales Experiment, dessen Labor die reale Welt ist, ich, Sie, wir alle. Auch ohne empirische Beweisführung, Neurotabellen und Kriminalitätsstatistiken behaupte ich, dass alle Betroffenen systematisch entmenschlicht und dominiert werden und man sie am Ende ihrer gesamten Sexualität beraubt.
Und:
Aber sie sollten sich mal zusammen das legendäre CNBC-TV-Interview vom November 2017 mit dem früheren Facebook-Manager Chamath Palihapitiya anschauen, in dem er meint:
Die kurzlebigen, dopamin-gesteuerten Feedbackschleifen zerstören die Funktionsweise der Gesellschaft. Die Folge: kein gesellschaftlicher Austausch, keine Zusammenarbeit, dafür Falschinformation und das große Misstrauen. Wenn man das Ungeheuer füttert, wird es einen zerstören. Es ist an der Zeit, eine lange Auszeit von einigen der Tools zu nehmen.
Hm...
Ganz interessant wird es, dass der Mainstream die NoFap-Bewegung anscheinend als Bedrohung auffasst und man die Kettenhunde von der Leine ließ:
www.sueddeutsche.de/leben/enthaltsamkeit-pornosucht-no-fap-rechte-maenner-1.4724321
Alexander Rhodes wollte mit "No Fap" Männern dabei helfen, ihre Pornosucht zu überwinden. Inzwischen hat die Bewegung Kontakte zur neuen Rechten.
Noch Fragen?
Oder:
In einer Glosse in der "Zeit" heißt es über NoFap: "Statt Taschentücher zu befruchten, trainieren die jungen Burschen nun im Wald den Body und Mind, werden zäh wie Zukunft." Das Pornoproblem werde damit nicht gelöst: "Kraft durch Sperma, mehr Testosteron, Muskeln, tiefere Stimme, coolerer Auftritt, mehr Glück bei den Frauen - die Prophezeiungen der Bleigürtelfraktion funktionieren ähnlich wie die Geilheitsgelüste der Pornoplattformen."
Wenn die "Sueddeutsche" und "Die Zeit" dagegen schießen, weiß ich, dass ich da auf dem richtigen Weg bin! LOL
Dann will man hier wieder etwas diffamieren, etwas unterdrücken, eine Wahrheit madig machen.
Das macht mich jetzt erst richtig neugierig und motiviert mich, da weiter zu forschen!
Vielleicht werde ich da ja noch zum Magier!
:-)
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BIC: GENODEF 1S 10
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