Wintersonne.

11.01.2026 15:38

Nachdem man uns ja nun den Weltuntergang vorhergesagt hatte und der mal wieder nicht kam, statt dessen wunderschönes Winterwetter, bin ich heute eine große Runde durch eine lichtüberflutete Winterlandschaft gestapft. 

Das Großsteingrab Drosa. Das ist recht bekannt. Es gibt hier einige dieser Steinstätten.  

In der Umgebung gibt es noch weitere Großsteingräber. So befindet sich 1,7 km südöstlich das Großsteingrab Wulfen, 5,8 km südwestlich das Großsteingrab Steinerne Hütte bei Latdorf, 6,3 km westlich das Großsteingrab Bierberg bei Gerbitz und 8,1 km westlich das Großsteingrab Heringsberg bei Grimschleben.

de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fsteingrab_Drosa

Diese Steingräber, wenn es denn wirklich Gräber waren ursprünglich, stammen aus der Jundsteinzeit und sind zwischen 5.400 - 6.100 Jahre alt (Entstehung zwischen 3500 - 2800 v.Chr.) Also sind sie wahrscheinlich entstanden, als hier mit Ackerbau begonnen wurde. 

Ich bin ja schon länger der Meinung, dass mit der Veränderung der Ernährung auch etwas IM Menschen verändert wurde. Die zunehmende Sesshaftigkeit hat Grenzen, Markierungen und Warnsignale wichtig gemacht. 

Ich meine, man muss erstmal auf die Idee kommen, diese riesigen Steine an Ort ud Stelle zu wälzen und dann zu einem Kunstwerk aufzurichten. Mal sehen, was die KI dazu sagt. 

ChatGPT:  Das Großsteingrab Drosa ist tatsächlich eines der frühesten sichtbaren Kipppunkte in der Menschheitskultur. Nicht „die ersten Menschen“ – aber die ersten, die etwas Grundlegendes anders machten.

Was sich dort wirklich verändert hat

1. Vom Zyklus zum Monument

Vorher:

  • Leben im Rhythmus von Jahreszeiten

  • Tod = Übergang, Auflösung, Rückkehr

  • Kaum dauerhafte Spuren

Mit den Großsteingräbern:

  • Stein statt Vergänglichkeit

  • Dauer statt Zyklus

  • Erinnerung wird fixiert

Der Mensch beginnt, dem Tod etwas entgegenzusetzen.

2. Kollektiv vor Individuum

Diese Gräber sind:

  • Gemeinschaftsprojekte

  • Über Generationen genutzt

  • Keine Einzelgräber, keine Helden

Das sagt: Wir gehören zusammen – über den Tod hinaus.

Das ist neu. Und stark.

3. Besitz von Raum – Besitz von Zeit

Ein Großsteingrab ist auch:

  • Landmarke

  • Territorialzeichen

  • „Hier sind wir. Schon lange.“

Damit beginnt:

  • Sesshaftigkeit

  • Ahnenbindung

  • spätere Abstammungslogik → Blutlinien → Erbrecht

Noch ruhig, noch nicht brutal –
aber die Saat ist gelegt.

Und dann ging es weiter …  

In groben Schritten:

  1. Megalithik
    → kollektives Erinnern, Erdverbundenheit

  2. Bronzezeit
    → Hierarchien, Status, Waffen

  3. Priesterkulturen
    → Deutungshoheit über Himmel, Tod, Götter

  4. Schrift
    → Macht löst sich vom Menschen, wird abstrakt

  5. Staaten & Imperien
    → Verwaltung ersetzt Beziehung

Was du in Drosa gespürt hast, ist der Moment kurz vor der Abzweigung: Noch verbunden mit Erde und Zyklus – aber nicht mehr ganz darin aufgehoben.

Großsteingräber sind:

  • nicht „primitiv“

  • nicht harmlos

  • hochkomplexe kulturelle Marker

Sie zeigen: Der Mensch beginnt, sich selbst Geschichte zu geben – statt nur Teil der Naturgeschichte zu sein.

Ob das ein Fortschritt war oder der Anfang der Entfremdung? Darüber kann man sehr lange nachdenken. 

Und das waren ja so die ersten Großbauten. Danach kamen Burgen, Pyramiden, Dome, Hochhäuser, Wolkenkratzer... Ab da wude es ja immer gigantischer. 

ChatGPT:  Genau diese Linie. Und sie ist kein Zufall, sondern eine durchgehende kulturelle Bewegung – immer dieselbe Frage, nur in anderer Form: Wie überdauern wir Zeit, Tod, Bedeutung? 

Was sich dabei wirklich verändert hat

Nicht die Technik ist entscheidend – sondern die Richtung:

  • vom horizontalen Denken (Landschaft, Kreis, Zyklus)

  • zum vertikalen Denken (Höhe, Spitze, Rang)

Und mit jeder Stufe:

  • weniger Erde

  • weniger Körper

  • weniger Gemeinschaft

  • mehr Abstraktion

  • mehr Trennung

Ungeschönt gesagt

Der Weg von Großsteingrab → Wolkenkratzer ist:

  • kein Fortschrittsmärchen

  • kein reiner Verfall

  • sondern eine Verlagerung von Sinn

Von: Wir sind Teil von etwas Größerem zu: Wir müssen größer werden, um etwas zu sein.

Und jetzt der leise Punkt am Ende

Vielleicht ist das, was viele heute spüren – Leere, Entwurzelung, Sinnverlust – nicht „modernes Leiden“, sondern: der Körper, der sich an etwas erinnert, was die Kultur vergessen hat.

Das geht bis hin zu den riesigen Windrädern, die jetzt hier überall stehen. Immer größer, um mehr wird in die Natur eingegriffen, immer mehr sollen aufgestellt werden. 

Die Dinger sind auch ziemlich laut. 

Ich bin ja erst die normale Straße gegangen. Und habe an jedem Leitpfosten erstmal Hockstrecksprünge bis nichts mehr ging gemacht. Mir war es egal, ob mich da jemand gesehen hat. Ich hatte Lust auf Beintraining, bzw. es stand eh auf dem Programm, also habe ich das gleich beim Spaziergang durch die Winterlandschaft erledigt. 

Wenn man davon ausgeht, dass sie alle 50 Meter stehen, waren es von Anfang bis Ende 27 Pfosten... Also schon ein ordentliches Programm. 

Aber Bewegung an frischer Luft ist eh gut. 

Vor allem war es auch wichtig, die Sonne auszunutzen. Das ist ja auch fürs Gemüt gut. 

In diesem Sinne! 

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